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Samstag, 19. Juli 2014

Sommergarderobe für den Drahtesel

34 Grad und wieder hat sie was zu meckern…

Während ich also warte, bis Sir Lanzelot und ich uns mal die Eiserne Hand aus der Nähe ansehen können (und wahrscheinlich zähneklappernd woandershin fahren), kann man nicht tatenlos rumsitzen. Gut, dass mir da das neue Lenkerband im schicken Türkis ins Auge gestochen ist, das da seit Wochen im Vorzimmer (ja dort bei den 100 Löchern in der Wand) herumkugelt. 

Das arme Lemond fristet sowieso ein trostloses Dasein in der Radlgarage, seit auch noch ein  Singlespeed meinen Fuhrpark vervollständigt. Falls jetzt jemand die Stirn runzeln sollte und sich fragt, wo der Post dazu war: den hats nicht gegeben. Unter dem Arbeitstitel "Bike Lovers Anonymous" sollte ich mich nämlich einweisen lassen. 

Zurück zum Projekt des Tages. Jetzt hat das Lemond statt des leicht verranzten Schaumstoffwickelbandes einen netten neuen Überzug in Türkis. Was das auf der Farbpsychologie-Skala wohl zu bedeuten hat, dass ich seit Monaten alles in Türkis kaufe, beziehe, ausmale? Nachdem ich schon dabei war, wurde auch mal wieder rudimentär geputzt, liebgehabt und äh ungefährlich aussende Punkte bei den Pedalen im selben Türkis mit Nagellack (sic!) eingefärbt.

So und jetzt gehen Lanzi und ich auf Tour, bevor um sechs ein Kracherl in der Boulderbar wartet.

Step 1 - Verwirrung

                                                   
wird schon…

Das Ergebnisensemble

Kein Wort zur Farbpsychologie - sogar der Gießelefant ist türkis

Edit: Es musste natürlich die Eiserne Hand sein. Nur mal versuchen. Jetzt weiß ich ungefähr die Strecke und das nächste Mal schaff ich sie hoffentlich ohne 4x abzusteigen! Oder Google Maps zu fragen ob ich eh richtig bin. Sehenswert übrigens das Schild in der Kuchelau "Warndreieck Achtung Kellnerinnen queren die Strasse" - echt StVO!

Der Ausblick über Wien ist einfach unglaublich. Und sich irgendwo raufzuschrauben ist auch unglaublich…schön. Dass meine Bremsscheiben beim Runterfahren leider fast geglüht haben, hab ich aufgrund der Lautstärke meiner Ohrbeschallung erst an den entsetzten Blicken der Wanderer gemerkt. Keine Sekunde zu früh, auf einer noch ca. 15% abfallenden Strasse mit nachlassender Bremsleistung stehenbleiben is nicht sooo leiwand. Aber alles gut und ich bin glücklich.

Hier das Lied zum Tag - wirkt am besten bergauf.


Dienstag, 25. März 2014

Die Geschichte des Ninja-Knies

Seit Samstag war ich fahrradtechnisch ein bisschen vom Pech verfolgt, denn just auf dem sonnigen Weg Richtung Schönbrunn, wo schon Frau MM zum Laufen und Reiseberichten auf  mich wartete, riss mein Schaltungskabel (wie auch immer der Fachbegriff dafür heißt). Nachdem ich eh schon monatelang vom Regen (Quietsch- und Rasselgeräusche aller Art) in die Traufe (nur noch 3 Gänge verfügbar, kein Schalten links mehr möglich) gestrampelt war, der finale Akt quasi.

In meiner Verzweiflung (in solchen Momenten sehne ich mich nach einem Backup-Bike, aber ich hab mich ja diesbezüglich für die absolute Monogamie entschieden, ich will einfach nur mein Etape) gleich zum nächstgelegenen Laden gerollt, dem Ciclopia. Auch wenn der im VKI Test nicht berauschend abgeschnitten hat, war ich bislang doch immer halbwegs zufrieden. Joa, Samstagnachmittag, die Augen der Verkäufer haben geleuchtet…alles nachzulesen hier:


Eh klar, kleinen dummen Mädchen kann man ja jeden Blödsinn einreden und teuer verkaufen? So wütend war ich echt schon lang nicht mehr. Durch den Tipp von D. habe ich aber gestern neue Hoffnung geschöpft und bin mit meinem Neo-Singlespeed (übrigens dieselbe Zeit von zuhause bis zur Arbeit gebraucht, zurück sogar schneller - was sagt uns das? Gänge sind überbewertet!) heute ohne Voranmeldung im RadHaus eingefallen. Das ist eine sehr kleine, sehr feine und urige Werkstatt mit zwei netten Reparaturmenschen - nix mit Schnickschnack, solides Handwerk. 


Was dann passiert ist, war wieder typisch der "frisch-aus-der-Werkstatt-Effekt": An der Kreuzung Margaretenplatz wollte ich mich so richtig schön (man verfügt ja wieder über eine Gangschaltung und einen stabilen Lenker) in die Kurve legen. Tja, wäre da nicht die unsichtbare fette Ölspur gewesen, die uns da heimtückisch auflauerte. Und 2 Sekunden später hab ich schon wieder mit der vollen Breitseite den Asphalt geküsst (die Hüfte hat sich gefreut, wieder ein riesiger Schritt näher zur H-TEP). Das arme Radl! Gut, die Strumpfhose ist auch hin, aber das ist verkraftbar.

das Ninja-Knie - damit hier mal was "Aufregendes" gepostet wird

Ach ich freu mich ja so aufs Fahren morgen! Was ja eigentlich viel schöner als was Neues ist, sind Dinge, die man sehr schätzt, schon lange hat und die nimmer gescheit funktionieren, weil man zu faul ist und lieber mit Mängeln lebt als sich zu kümmern. Und dann geht gar nix mehr und man kriegt endlich den A*** hoch und auf einmal wird alles gut. Soviel Lebensqualität, die man da auf einmal (wieder-)gewinnt!