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Samstag, 21. Februar 2015

Bikeporn

Nachdem die Bahnradsession mit dem Gefährt eines lieben Freundes letzte Woche eher von Hindernissen technischer, logistischer und navigationsmäßiger Natur geprägt war (ok, das Rad kann nix dafür, dass ich 5 nackte Männer um den Weg zum Aufbewahrungslager fragen musste), obendrein ein Gebrauchtes in meiner Rahmengröße auf Bikeboard inseriert war UND sogar jenes, das mir schon seit Dezember im Kopf herumspukt, hat mein Fuhrpark Erweiterung Nr. 3 erfahren: ein mattschwarzes Specialized Langster wohnt vorübergehend bei mir. 

Das Singlespeed zum Fixie umzurüsten hab ich jetzt nicht hingekriegt, aber dafür ein herzliches Dankeschön an die Jungs von Fixdich, die mir obendrein auch noch die Thickslicks für ein Trinkgeld montiert haben. Zugegeben, danach im Starrgang heimzurodeln (mit Fahren hat dieses elendige Gekrieche nix zu tun gehabt), hat nicht ästhetisch ausgesehen - wie man das auch noch ohne Bremse hinkriegt bleibt mir ein Rätsel! Mir ist dann heute Abend nur noch die schöne Aufgabe geblieben, den letzten Schliff in Form von Lenkerband und Pedalen vorzunehmen und erwähnte Bremsen abzumontieren. Was sich jetzt wie ein Klacks anhört, ist leider für ein technisch völlig unbegabt-uninteressiertes Weibchen im Sternzeichen Zwilling (macht nix gscheit!) natürlich der Super-GAU. 

Schon als Singlespeed sehr ansehnlich, das Specialized Langster

Nachdem ich mir schon beim Lenkerband wieder selbst zuvorgekommen war (Anleitung, pf wer braucht denn das) war mir dann auch wenig später natürlich nicht klar, WO die Schrauben zum Entfernen der Hörndelbremsgriffel denn sind. Wie immer in solchen Momenten war übrigens gerade keiner meiner Radberater available. Das daraufhin angeleierte verzweifelte Stochern mit verschiedenen Imbusgrößen in allen verfügbaren Löchern (hey, Konzentration bitte, wir sind hier nicht bei 50 Shades of Grey) hat letztendlich zum Erfolg geführt - Bremsen sind auch runter, praise the universe. Ich will sie übrigens nie wieder raufmontieren müssen. Quantenphysik ist nichts gegen die Mysterien der Bremszüge.

Lenkerband von Cinelli, was sonst - leider hab ich den zweiten grünen Stopfen verschmissen. 
Eh klar, c´est moi. Hach manchmal könnte ich mich...
Übrigens in echter Alpenvereinsmanier natürlich mit Höhenschichtlinien!

In the making - endlich sind die lästigen unschönen Bremsen abgestreift - Purismus ahoi

Das wichtigste beim Imbusschlüsselset: Bunt muss es sein! 

Zurück zum Wesentlichen: Wie wunderschön puristisch dieser sexy Boy jetzt aussieht. Schade, dass ich ihn erst im Sommer wieder bei mir in der Wohnung habe...

Egal wo man hinschaut, es glänzt...  Pure Eyecandy, mein Kleiner

Wird wieder Zeit für ein Rad-im-Bett-Foto. 
Das letzte war 2009 mit dem mittlerweile schon lang verblichenen Trek Soho Deluxe, ich denke immer noch mit Wehmut zurück.

Passend zu diesem meditativen Abend in bester Gesellschaft noch ein wunderschön melancholischer Soundtrack von Sir Tralala, erst unlängst wiederentdeckt.


Sonntag, 7. Dezember 2014

Dusika

Es gibt Dinge, von denen ich schon vor dem Ausprobieren weiß, dass ich sie lieben werde und trotzdem fürchte ich mich vor dem ersten Mal. Das war beim Klettern so und jetzt ists mir wieder passiert: I am stoked with track biking. Heute um 10:11 Uhr als ich nach der Bahnrad-Schnupperstunde das Stadion verlassen habe, war es, als hätte ich mich Hals über Kopf verliebt. Ich muss dauernd daran denken, wie es sich angefühlt hat, diese Holzlatten entlangzubrettern....

Am Freitag stand nach der Arbeit noch schnell das Fahren mit Clickpedalen unter der Wientalradzufahrtsbrücke am Programm (nur einmal wie ein Käfer umgefallen, nachdem ich vorher 20 Minuten gebraucht habe, meinen rechten Stampfer endlich zu fixieren) und mir war etwas mulmig zumute, gleich ein paar Stunden später noch Fixiefahren quasi draufzusetzen. Das war anfangs auch wieder ein Drama, konnte ich doch ca. 2 Runden lang mein (rechtes) Füßchen nicht einklinken, um endlich loszulegen. Aber irgendwann war das erledigt und schon gings auf den  blauen Beschleunigungsstreifen und uaahhhhh rauf zwischen rote und schwarze Linie...hebt!

Ahhhhhhh es war einfach unbeschreiblich schön! Die magischen 2 Infos "ihr müsst in der Kurve nichts tun, einfach nur geradeaus weiterfahren" und "die obere Linie fährt sich genau wie die untere - da ist kein Unterschied" haben schonmal 99 % der Angst genommen und dann wars einfach nur das was ich immer wollte: fahren fahren fahren. Reintreten und einmal unten gleiten, überholen, ein bisschen fürchten, ein bisschen hadern und dann rauf auf die oberste Spur. Yes, geschafft, überlebt. Keine Ampeln, kein Verkehr, keine Nässe, keine Ölflecken, keine Kurven die man zu eng nimmt, keine Fußgänger, keine Hindernisse ausser den eigenen Oberschenkelkapazitäten und dem Wissen: huch, werde ich es schaffen, am Ende auch stehenzubleiben und abzusteigen ohne mich zu blamieren?

Seit heute Vormittag rekapituliere ich immer wieder das Gefühl, das Adrenalin der Geschwindigkeit und die geschmeidige Bahn, die winzigen Klebestellen hie und da, getoppt vom huiiiiii wenn man in die Kurve zischt und oben rechts hängt noch jemand parallel und man hofft, dass er auch schnell genug fährt, um nicht auf einen runterzukrachen. Es gibt nur ein Wort: GEIL. Wiederholung!

Sicher, im Pulk und bei Vollbetrieb sieht das Ganze anders aus. Scary. Aber jetzt freu ich mich mal auf die nächste Session und hoffe, dass die bald kommt. Bedarf natürlich eines fahrbaren Untersatzes, doch woher nehmen mit meiner Rahmengröße? Aber da muss ich durch - ungeplante Anschaffung. Aber hey, das ist es wert. Das Leben kann so schön sein. Räder - oder doch Unicorns?

Samstagvormittag auf der leeren Bahn