Sonntag, 8. Dezember 2013

Achtung, Paradiesvogel auf der Piste

Juppiiieh, 2013 will sich mit uns versöhnen und hat uns noch vor Weihnachten Schnee gebracht! Sogar im Osten! Grund genug, noch voll berauscht vom Anblick meines Weihnachtsgeld-Kontos loszuziehen, um mir nach 2 Jahren endlich eine Skitourenhose zu kaufen, die mir sowohl gefällt als auch passt. Beides trifft auf mein aktuelles Modell nämlich nicht zu, und nach dem ich sie mir am Großglockner durch meinen Steigeisen-Stunt an mehreren Stellen zerrissen habe (ojeeeeee) war es an der Zeit, über ein Backup nachzudenken.

Nun gut, man muss wissen, dass es für kleine Leute ohne Idealfigur ein Gräuel ist, Hosen jeglicher Art a) zu probieren und b) eine zu finden, die auch nur ansatzweise gut aussieht. Aber Fortuna war mir gewogen und so hatte ich die ersten 20 Softshellhosen todesmutig in die Eybl-Kabine geschleift, als mir bereits das erste (und billigste) Stück perfekt passte! Fall erledigt. Ungläubig schlüpfte ich also in Nr. Zwei (könnte ja noch besser passen) und siehe da: leider geil (und blau!). Gottseidank half mir sofort der Sicherheitsaspekt bei der Entscheidung ("du bist ja viiiel besser sichtbar mit einer grellen Farbe gell!") und äh zufällig handelte es sich auch noch um ein Dynafit-Prachtstück. Dank meiner "Verbindungen" habe ich ebendiese dann heute zum ersten Praxistest ausgeführt.

Zuallererst ein Tipp aus dem Nähkästchen: Falls das Frühstück ausfällt und die Mariahilferstraße so blöd gesperrt ist, dass man  wegen der Gürtelanfahrt nicht mehr bei der üblichen Proviantbäckerei auf der Reinprechtsdorfer Straße stehenbleiben kann und somit den Nikolo der Schwester ersatzweise & gierig im Auto verspeist, sollte man KEINE hellblaue Skihose dabei anhaben. Ob man will oder nicht: man bröselt sich in den Schritt. Und dort schmelzen die Krümel gemütlich, bis man kleine, fettige, peinliche Flecken an den unmöglichsten Stellen hat. 

Meine neue Hose (ohne Nikoloschokoladeflecken)
Rest: auch von Dynafit - mag mich wer sponsern?

Gut, der Rest ist dann bis auf die üblichen Schwierigkeiten (wir finden die blöde Zufahrt nicht) gut verlaufen und nach 1:20 Stunden war der Kreuzschober auch schon erklommen. Ich will übrigens nicht verhehlen, dass wir mit unseren ABS Rucksäcken vielleicht etwas overdressed waren, ahäm. Im Kleinwalsertal hat heute zwar eine Lawine den ersten Tourengeher verschüttet, aber die Verhältnisse sind im Mürztal wohl weniger gefährlich. 


Noch nicht überlaufen, ganz gutes Wetter (der Berg daneben hat grimmig ausgesehen!), der Schnee schon ausreichend und die Abfahrt milde zu uns. Könnte auch an meinen Baltoro Skiern liegen, ich kann die Rocker-Eigenschaft nur immer wieder loben, fährt sich wie von alleine im Gegensatz zu meinen alten Latten. Für alle Hüttenfreunde: es gibt noch keine Bewirtung. Wir sind trotzdem zufrieden!

Gipfelsturm und mein einziger Sturz 
(bis auf den Stacheldraht, aber für den kann ich bitte nix)

Sonntag, 1. Dezember 2013

Sammelsurium

Irgendwo zwischen Stüdlgrat und dem Orkan Xaver (Insider "Orlan") war doch noch was…zum Beispiel:

- Eulenweihnachtskerzen und verbogene Glitzerbockerl
- wunderschöne Winterblüten
- ein superinteressantes PR-Seminar in Windischgarsten in einer alten Villa mit Wahnsinnspanorama
- wichtige Bestandteile meiner Weihnachtswunschliste: Flachmänner und Thermoskannen



Sonntag, 17. November 2013

Don´t Harvey me

Ich muss etwas gestehen: Ich bin Binge-Serienjunkie. Jahrelang klicke ich mich lustlos durchs Internet, Freundinnen erzählen mir von tollen Serien, die hinter den 7 Meeren auf HBO laufen - kratzt mich nicht. Einmal jedoch Blut geklickt und mich kriegt keiner mehr vom Schirm weg. Uuuuund: Ich lese alles auf Wikipedia vor und nach und überhaupt - alles was man spoilern kann finde ich. Schrecklich!

Jetzt ists kurz hintereinander passiert: Erst habe ich im Hochsommer den Winter kommen sehen und mir wochenlang pausenlos "Game of Thrones" reingezogen und jetzt innerhalb von Tagen insgesamt 3 ganze Staffeln der Serie "Suits". Bei Breaking Bad fehlt mir noch die berühmte letzte Folge (auch innerhalb weniger Monde geschnupft). Nicht dass mir mein liebe Ex-Arbeitskollegin schon vor Jahren davon erzählt hätte. Interessiert mich nicht! Aber wehe I´m on it, da werden Schlafenszeiten gekickt, verquollene Augen in Kauf genommen, Sport ist gecancelt und soziale Kontakte sind gekappt… 

Jetzt DENKE ich Suits und muss drüber schreiben: Diese schlimme amerikanische Art, Coolness und Überlegenheit zu spielen, Machogehabe und das Fehlen jeglicher Manieren, furchtbar. Und ich liebe diese Serie, liebe die Dialoge, die Pointen, die Entwicklung der Charaktere. Man wünscht sich, dass es weitergeht, aber gleichzeitig hat man Angst, dass alles so endet wie Melrose Place.

Ein schlimmes Dilemma.

So und jetzt ein Foto...



Was sehr gute Serien übrigens neben den üblichen Zutaten ausmacht, sind die aktuell extrem guten Soundtracks. Bei Suits zB haben sie einige Favorits (Asteroid Galaxy Tour und sogar das bereits antike Bloodstream von Stateless* einer meiner alltime Likes; ein weiterer Tipp wäre DLZ TV on the Radio von Breaking Bad) ausgegraben. Fehlen nur noch Your ex-lover is dead von den Stars, ein bisschen Two Gallants und ich bin Fangirl forever.

*Am schönsten während nächtlicher Busfahrten durch Indien. Reminds me...

Montag, 28. Oktober 2013

Virtuelles Tourenbuch: Großglockner über den Stüdlgrat (3798m)

Da haben wir aber dem 2013-Schicksal ein Schnippchen geschlagen, das uns Ende Juni einen Gipfelsieg am höchsten Berg Österreichs nicht gönnen wollte. Nachdem uns ein unerwarteter Geldsegen beschert wurde (ich sage nur: wenn der Langstreckenflug ersatzlos gestrichen wird, dann lohnt sich das!) und sich überraschenderweise ein Altweibersommerwochenende einstellte, schrie alles STÜDLGRAT - und gesagt getan. Thomas, unser Bergführer hatte ebenfalls kurzfristig Zeit, also gings am Samstag los Richtung Kals.

Die Stüdlhütte ist zu dieser Jahreszeit schon geschlossen, also war statt lukullischer Genüsse und warmem Bettchen lediglich Selbstmitgebrachtes und Sardinenfeeling im Winterraum angesagt (40 Leute für 16 Schlafplätze - naja der Küchenboden ist ja auch gemütlich...). Meine Fleecejacke hatte ich schon auf der Hinfahrt bei einer Raststätte angebaut, hat super angefangen, unser Abenteuer! Apropos vergessen: meine dünne Primaloftjacke ist auch irgendwie nicht mehr auffindbar.

Dank Zeitumstellung und Nähe zum Einstieg mussten wir erst um 4:30 Uhr aus den Federn - übrigens das Schlimmste am Bergsteigerleben sind Hüttennächte. Sie sind laut (ein nahezu  nahtloses Kommen und Gehen = Trampeln und Flüstern, Scheppern und Rascheln, Schnarchen und äh andere Dämpfe inklusive), kurz und kalt. Und in diesem Fall hat man das Plumpsklo übrigens bis in die obere Etage gerochen.

Wunderschöne Herbstimpressionen beim Weg auf die Stüdlhütte

Also um 4:30 Uhr aufgewacht und gleich los Richtung Gletscher. Nach einer Stunde hieß es dann Steigeisen anlegen - mein Lieblingspart: da merkt man, dass es jetzt ernst wird. Der Einstieg war bereits von einer ansehnlichen Gruppe an Stüdler-Aspiranten blockiert, also wählten wir einen Alternativeinstieg links vom ursprünglichen. Es hat bereits vor Wochen ordentlich geschneit und so hatten wir die Ehre, den ganzen Grat mit Steigeisen zu  klettern. Urks, eh immer das Gleiche (Zacken vertrauen, Fersen nach unten!) aber es ist immer noch so schwer wie am Anfang.

Das berühmte Frühstücksplatzl - "jetzt beginnen die richtigen Schwierigkeiten"; unter anderem der ekelhafte Klettersteig, 
einfach nur kraftraubend, keine schöne Kletterei

Thomas hat uns natürlich bravourös und sicher geführt, wir konnten also das Gelände, die Ausgesetztheit und die Schlüsselstellen beruhigt genießen, wir waren sicher. Schwierigkeiten hatte ich nur bei der letzten 3+ Stelle - einer glatten blöden Wand mit einem Hanfseil und einem jämmerlichen, alten Eisenhaken - da ging echt fast nix mehr...  Irgendwann nach dem 3. verzweifelten Versuch gelang es mir mit einem Tarzanschrei dann doch oben zu landen, aber meine Lieblingsstelle war das sicher nicht! Die Platte wiederum, die eigentliche Schlüsselstelle wäre sicher ohne Steigeisen sehr schön gewesen. Nach 4:40 Stunden waren wir am Gipfel, verweilten aber aufgrund des dermaßen starken Windes nicht lang, bei staufreier Passage zum Kleinglockner und perfektem Eisleitl gings abwärts. Am Ende des Letzteren hat mich der Wind noch so ordentlich umgeweht, dass ich gleich einem Slapstickschauspieler abgehoben, mich um die eigene Achse gedreht, mit den Steigeisen verhakt (die Hose zerrissen) in den Schnee geplumpst bin - so schnell hab ich gar nicht schauen können.

geschafft - und auch wenn ich mit dem Kletterhelm wie ein kleines Alien aussehe: notwendig

Einen elendigen Hatscher ins Tal später war das Abenteuer um knapp 13 Uhr auch schon vorbei und die obligatorische ich-bin-total-k.o.-und-muss-trotzdem-noch-5-Stunden-heimfahren Periode konnte beginnen. Sonntagsverkehr bei bestem Wetter, abgelöst von Sonntagsverkehr bei schlimmem Starkregen (nie wieder S6) boten Abwechslung. Und jetzt bin ich glücklich und zufrieden und habe den Muskelkater meines Lebens!

Manus Fotos: Sonnenaufgang auf Höhe des Einstiegs, Kletterei, Abstieg übers Eisleitl