Sonntag, 4. August 2013

Virtuelles Tourenbuch: Donnergrollen im Höllental

Gestern (Samstag) war ja eeeigentlich der Plan, die Wohnung nach Wochen auf Vordermann zu bringen, leider ist mir nur wieder Yoga (diesmal Hatha) in die Quere gekommen und dann hat mich auch noch meine liebe Schwester genötigt auf der Alten Donau Kajaken zu gehen. Ich Arme, statt den Staubsauger zu schwingen bin ich also in der schlimmsten Mittagshitze einmal ums ganze Gänsehäufel und zurück gepaddelt - mit einem Wildwasserkajak, wohlgemerkt, dem so fad war, dass es sich alle paar Schläge mal mangels Strömung um sich selbst gedreht hat. Schön wars! Und erfrischend! Das schätze ich so an Wien: Eine halbe Stunde mit dem Radl strampeln und man ist a) in den Weinbergen hoch über Wien oder b) auf exotischen Märkten oder c) beim gemütlichen Heurigen, d) an der Donau (Alt/Neu/etc.)....tolle Stadt!

glühende Mittagshitze - dank PicMonkey nix davon zu merken...

Nun gut, irgendwann wollte ich dann meinen Kajaksonnenbrand (die halben Oberschenkel sind krebsrot und dazu die Halspartie, der Rest leichenweiß - eine wunderschöne Kombi) nicht weiter forcieren und habe mich gen Kurt geschwungen, auf 1 oder 2 dicke Frozen Yoghurts.

Am Sonntag war einerseits Gewitter angesagt, andererseits raubt uns die mittlerweile drückende Hitze derartig den Schlaf, dass wir wieder erst gegen Mittag im Höllental ankamen. Immerhin hatten wir uns eine 12-Seillängen-Tour im leichteren Bereich (max. Schwierigkeitsgrad 5) mit sehr kurzen Intervallen ausgesucht. Wie immer im Höllental quält man sich beim Zustieg eine Schotterhalde rauf - mindesteins eine muss immer sein! Also gemütlich 2 Schritte rauf, 3 runterfahren etc. - nun gut, immerhin war der Einstieg so ausreichend markiert (ein Kessel mit einem wirklich unübersehbaren Klemmblock, den man unter gar keinen Umständen auf den Kopf bekommen möchte), dass auch wir ihn beim ersten Versuch finden konnten.

Blinder Passagier beim Zustieg

Die Seillängen waren dann wie beschrieben wirklich kurz und auch wenig knackig, bis auf die 5- Seillänge: Wieder mal bin ich den so genannten Zwergentod gestorben - für manche Züge bin ich wirklich zu klein (jaja). Gottlob war ich im Nachstieg unterwegs. Bei Seillänge 7 war plötzlich die drückende Hitze vorbei und eine klitzekleine Wolke hatte sich vor die Sonne geschoben. Manu hatte dann auf einmal Streß - pfff nur weil da für 18 Uhr Gewitter angesagt war? Die ersten Donner bei Seillänge 11 halfen dann jedoch SEHR schnell über die Schlüsselstelle (eine fette Verschneidung mit wenig Griffen, jedoch nur ein kleiner Zug, also wirklich machbar) hinweg.

Ein paar Eindrücke vom nahenden Gewitter -
keine Zeit um Fotos zu machen

Der Abstieg zeichnet sich durch 2 Abseilstellen und sonst dieselbe Geröllhalde aus - da aber besonders diese harmlos wirkenden steilen Steinhaufen bei Regen schnell zu gefährlichen Schuttlawinen werden können (ich zitiere hier Wildenauer höchstpersönlich!), war echt Eile angesagt. Mit stetigem Donnern im Rücken galt es also, so schnell wie möglich den Abhang bis zum besagten Klemmblock hinunterzupurzeln. Dort erwartete uns eine nicht vertrauenserweckende kleine Stahlschlinge mit 2 rostigen Ringen - dieser Konstruktion soll man also sein Leben anvertrauen. Na ok, wenns schon sooo donnert? Wie immer in solchen Streßmomenten ist dann das Seil - trotz ebensolcher Disziplin - ein einziger Knoten den es erst zu entwirren gilt, bevor man (wie in meinem Fall) das Abseilen auch noch minutenlang unterbrechen muß, weil der halbe Schutthang gerade entschieden hat, durch dieselbe Rinne wie man selbst 25 m hinunterzurasen. Kein schönes Gefühl - wie mag es wohl in der weißen Spinne am Eiger sein?

Das Topo von Bergsteigen.com:

Nun gut, alles geschafft, zweite Gröllhalde auch noch hinuntergelaufen, zurück zum Auto, sogar noch in die eiskalte Schwarza gesprungen und beim ersten Regentropfen die Türen zugeworfen und Richtung Zuhause gebraust. Das nenn ich einen perfekt getimten Klettertag!

Abseilen vom Klemmblock mit Steinlawine und Regentanz nach einem
Bad in der Schwarz

Sonntag, 28. Juli 2013

Latest and unlatest explorations

Beim Update meines Tourenbuches bin ich draufgekommen, dass ich noch den Bergfreundesteig unterschlagen habe, den wir an einem Freitag im Juni noch schnell nach der Arbeit gemacht haben. Schön wars, so alleine und ganz ohne Maut - nur ein paar Steinböcke, die uns mit kleinen Felsbrocken beschossen haben...  

Tja und dann war da letzte Woche der Grafenbergsteig (Einsteig Grünbach/Seiser Toni). Manu wollte "was Leichtes" machen und leicht heißt halt immer auch erdige Gehstellen. Im Gegensatz zu anderen Routen ist diese jedoch weder mit schönen Stellen gesegnet noch mit einer logischen Linienführung. Also alles in allem eher ein Ärgernis, weil dauern erdig-rutschig, ungut, mehr zu gehen als zu klettern - wääääh. 

Eine der wenigen, kurzen Kletterstellen...

Übrigens hat meine Ambit 2S beim Schneeberg ihren ersten Bug gezeigt: einfach so zwischendrin mal GPS abgedreht und die Höhe ist mittendrin stehengeblieben. Trotz verzweifelten Herumdrückens hat sich das bis unten nicht mehr geändert und mein Höhenprofil kann man vergessen. Sehr, sehr ärgerlich!

Momentan sind wir damit beschäftigt, uns auf den Urlaub in Indien/Ladakh Ende August vorzubereiten und arbeiten seit 2 Wochen am Erhalt unseres Indienvisums. Nachdem die Botschaft den Visaprozeß slightly geändert hat, benötigt man nun Spezialformatpaßfotos, die mal eben 20 Euro/4 Stück kosten.  Ähnlich sympathisch gestaltet sich das Onlineformular mit Fragen wie "welche Länder haben Sie in den letzten 10 Jahren bereist" (what the fuck) bis zu "welche Augenfarbe hat Ihr Vater" (ok jetzt etwas übertrieben). Me hate!!!

An Ausrüstungsgegenständen für die Stok Kangri "Besteigung" (eher Begehung), die wir alleine ohne Guide planen, wurden neu angeschafft:

- Salewa Eagle Leichtpickel...einfach weil er günstig war; geiles Retroplastik80erDesign 



- Salewa Denali II mit geringem Packmaß das (fast) leichteste Doppelwandzelt; jedoch luftig wie ein Vogelhaus, das heißt, wir werden die klirrende Kieswüstenkälte in der Nacht mit sehr, sehr guten Schlafsäcken ausgleichen müssen

Und zum Schluß noch ein Filmtipp aus aktuellem Anlaß: "Die Werkstürmer" ist ein witziges, typisch Österreichisches Schmunzelkino - Hauptrolle Michael Ostrowski, sagt schon alles :)  Wir haben das Popfest gestern geschwänzt und uns dafür im klimatisierten CineCenter im 1. vor der glühenden Hitze versteckt.

Weitere Highlights der Woche:

Ich bin Starmodell des 3-D-Alpenverein Magazins


und: am Freitag haben wir uns wieder auf die Skates gewagt...eine Monsterrunde von 25,5 km bis zum Zentralfriedhof und zurück. Schön wars!


"Kann ich bitte ein Eeeeis haben?"
Hallo neuer Fahrradhelm

Donnerstag, 18. Juli 2013

Danke lieber Siebenschläfer

Eine Arbeitskollegin hat mir kürzlich den Grund für die großartige Witterung lately verraten: Der Siebenschläfertag war sonnig. Ganz entscheidend: Das Wetter zu diesem Datum entscheidet dann die folgenden 7 Wochen und heuer (obwohl wir 2013 haben) scheint alles glattgegangen zu sein - auch am Wochenende kann man was unternehmen, unglauuuuublich!

Zusammenfassend für die letzten paar Wochen waren das:

Schneeberg über den Bürklesteig

Wie immer war der gute Wille Vater des Gedankens - oder so... Leider lernen wir ja nix dazu und so sind wir wieder mal mit einem einsamen Papierdl-Internet-Topoausdruck am großen Schneeberg herumgeirrt und haben den Einstieg in den Bürklesteig gesucht. Tja, nur in der falschen Ries - oder noch genauer: Wir waren im Schneidergraben, wähnten uns mitten in der Krummen Ries und gehört hätten wir zwischen Krumme und Breite Ries. Ja so kanns kommen. Bestraft wurden unsere Planungsfehler mit einer nicht enden wollenden Gerölllawine, die wir hinaufgekrochen sind. Bei Birnenmost im Waxriegl haben wir uns geschworen, nie wieder ohne Karte und vorheriges Googeln loszustarten - sooo schön hätte es sein können!

riiiesiger Bohrhaken und Waxriegel

Runter wars dann eigentlich schlimmer als rauf, Stichwort: Knietöter. Nicht enden wollende Minipfade haben uns schließlich wieder an den Beginn des Verderbens gebracht - geeeschafft! Meine Ambit 2S hatte übrigens genauso wenig Lust auf das Unterfangen wie ich und verweigerte schon beim Aufstieg das GPS-Mitmessen der Strecke. Gnarg.

Jugendleiterwochenende Ruine Dobra/Waldviertel

Nachdem wir ja aufgrund von Kinderschwund die letzten Monate unsere Aktivitäten regelmäßig einstampfen mußten, hat diesmal ein gut besuchtes Paddel/Camingwochenende mit ca. 10 Kindern und 6 Erwachsenen in wechselnder Besetzung stattgefunden. Aufgrund technischer Schwierigkeiten (Zitat Lara) gabs im Vorfeld milden Stress, denn das Paddelwochenende drohte ohne Boote, Schwimmwesten und sonstigem Equipment dazustehen. Ich preise wieder mal Willhaben - die ganze Woche haben wir telefonierend, feilschend und herumrasend verbracht, um letztendlich doch 1 Schlauchboot, 1 Kajak und 1 Kanu (geborgt von Julias Freund) samt 6 Schwimmwesten (die natürlich im Vorfeld angefragt und dann von allen Kindern verweigert wurden) aufwarten zu können. Die Burgruine Dobra mit dem angeschlossenen Campingplatz ist übrigens ein empfehlenswertes Plätzchen mit chaotischen Administratoren. Ab ca. 9.30 Uhr beginnen die Lagerfeuer zu rauchen und kündigen das Erwachen der Partybelegschaft an (Musik bis 7 Uhr früh sage ich nur). Ein kleiner Steg schützt vor der Berührung mit dem eher bräunlich wirkenden Wasser des nahen Stausees. Das Kajaken kann uneingeschränkt empfohlen werden, sowohl fremde Zivilisationen warten auf Erkundung (der gestriegelte Campingplatz ein bissl weiter runter nach rechts), Lianen-Amazonasregenwälder locken und nahe der Staumauer sollte sich irgendwo ein tosender Wasserfall ergießen. Erlebnis pur...

Kajak, Steckerlboot und Wächter des Minigrillers - fertig ist das perfekte Wochenende


Pas de Deux mit Wal und die Burgruine

Sonnenmilch nicht vergessen!

Und dieses Wochenende wird endlich wieder mal geklettert, jupiiiieh!

Sonntag, 30. Juni 2013

Virtuelles Tourenbuch: Zentennium (6-) und Smokyjoki

Hab ich mich im letzten Post auf den Großglockner / Stüdlgrat als Ereignis des Jahres gefreut? Nun ja, let´s put it that way: Wir können uns noch länger freuen. Nachdem es letzte Woche schon recht schwierig war, hat der Freitag noch eins draufgelegt und es hat den ganzen Tag geschneit, dazu  Nebel, schlechte Sicht und -12 Grad (gut, das lässt sich verschmerzen). Kurzum, nix draus geworden.

Um den Urlaubstag trotzdem zu nutzen, haben wir endlich die Smokyjoki an der Hohen Wand nachgeholt und uns heute dann an eine etwas schwerere Route (als sonst) gewagt. Zentennium hat als 6- Tour auch in jeder anderen Länge zumindest eine 5-/5 oder 5+ Stelle drinnen und ist eine Traumtour, weil sie so ziemlich alles in sich vereint, was es gibt: Quergänge (aaaahhhh!), Platten- und Reibungskletterei, kleine Überhänge mit tollen Schuppen, Löcher, Verschneidungen und Risse. Sehr empfehlenswert also für jene, die gern "einmal mit Alles" haben. Ich weiß ich weiß, Paradeausrede für Leute für mich, aber bei der 6- Stelle weiß ich immer noch nicht, wie man die mit 1,59 Metern schaffen soll. DA WAR EINFACH NICHTS!

Zu Ende ist die Tour übrigens erst nach einem Hupfer über den Kanzelgrat (1-2 und wunderschön) - immer wieder toll, das Gipfelkreuz über sich zu haben und keine lästernden Touris am Skywalk. Die Seiser-Toni-Seite der Hohen Wand ist wirklich jenen ans Herz zu legen, die es gern ein bisschen ruhiger haben.

Fotos haben wir leider keine machen können, weil wir mit dem starken Wind, uns selbst und den Schlüsselstellen zu kämpfen hatten. Man sollte ja auch als Fotograf hauptsächlich sichern gell. Vielleicht bei den nächsten Malen...



Auf dem 1. Foto steht der Verfasser übrigens viel eleganter 
bei der 5er-Schlüsselstelle der letzten Seillänge als ich...