Sonntag, 23. Juni 2013

Summary eines unrühmlichen Sommerbeginns

Man soll ja immer positiv denken, vielleicht hilft es ja, durch das rituelle Niederschreiben des eh schon Vergangenen langsam wieder optimistischere Pfade zu beschreiten.

Da wäre zum Beispiel das einsame Highlight der letzten beiden Jahre: Am 18. Mai kurz eine Stunde am Donaukanal Laufen gegangen und schon ist der Traum aller Träume, mein heißgeliebtes Fahrrad weg. Man kommt fröhlich durchgeschwitzt vor der im Übrigen von vielen vielen Menschen frequentierten U-Bahn Station an, will das Radl aufsperren, ja, Radl, Radl, Radl....wart mal wo ist das Radl? Schock. Es grüßt ein durchgeschnittenes Abus-Schloss, das noch traurig da hängt. Vorbei der hellblaue Fahrtraum in 17 inch und mit Carbonriemen. Das ist ein Gefühl, als würde einem der Boden unter den Füßen weggezogen. 

Partezettel Trek Soho Deluxe

In Folge bin ich ein wenig zur Neurotikerin mutiert, meine Internet-Recherche in verschiedensten Foren von Willhaben bis ebay hat nicht mal vor serbischen und ungarischen Onlinefahrrad-Börsen Halt gemacht. Leider war alles erfolglos, trotz Facebook-Aufrufen, Anzeige bei der Polizei und diversen "Gestohlen"-Seiten bleibt mein blauer Blitz bis heute verschollen.

Nach 2 harten Tagen Entzug musste ich mich wohl oder übel nach Ersatz umsehen und immerhin diesbezüglich war mir das Schicksal wohlgesonnen: Auf Willhaben gabs nach viel Gesuche ein (natürlich für meine verwöhnten Begriffe) furchtbar hässliches Trek-Frauenbike zum Schnäppchenpreis - und das garagengepflegt. Na da darf man nicht meckern. Meine neue Strategie lautet jetzt: Ein Liebhaberstück für die "sicheren" Strecken und eins das man getrost stehen lassen kann für wenig Geld, das man halt im Alltag nimmt. Kombiniert mit einem Schloss, das fast so viel kostet wie das Alltagsrad.

Das Liebhaberstück hat übrigens nicht lange auf sich warten lassen. Während ich im Büro vom Verkäufer des Trek-Alltagsrades noch hingehalten wurde (na ich muss noch zum Arzt, es wird 18:30 Uhr, gnaaaarf!) habe ich als Zeitvertreib noch ein wenig gesurft und WAS springt mir da frisch gepostet ins Auge? Ein gaaaanz kleines Damen-Rennrad von Le Mond genau in meiner Größe, nämlich das Etape, einer Submarke von Trek in schniekem Schwarz mit Retrodruck. Stationiert nur wenige Minuten von Alltagsrad 1. So kam es, dass ich mit einem Auto voller zerlegter Räder wieder heimgekommen bin und - fingers crossed - noch habe ich beide. Dazu habe ich mir das ganz kleine, leichte Abus Bügelschloss Sicherheitslevel 11 geleistet, nie wieder gemütliche, flexible Stahlschlösser!!

Foto aus dem Internet (Quelle 1, Quelle 2)

Nun gut, Trauerarbeit konnte ich dann in Traisen leisten, dort hat es uns dann am selben Tag noch hinverschlagen - in komfortablen skandinavisch angehauchten Trekkinghütten lässt sich der Kummer ganz gut in Hugo ertränken. Am nächsten Tag gings Sportklettern an den Frankenfels, ein nettes Sportklettergebiet im tiefsten Niederösterreich, wo noch im Trachtenoutfit mit Blasmusik gefrühshoppt wird. 

 Skandinavische Trekkinghütten, Geburstagsüberraschung 
und felliger Seelentröster

Weitere Touren waren dann spärlich gesäht - zum Einen ist der Mai der traditionelle "Alle-feiern-irgendwas-in-der-Familie-Monat" und man sitzt dann an den Wochenenden Torten in sich hineinschaufelnd beim schönsten Kletterwetter im vom Opa verrauchten Eßzimmer, zum Anderen war da ja noch die Hochwasserkatastrophe (my thoughts go out to all the people that had to suffer). 

Mein Geburtstag war übrigens einer dieser "Wir-feiern-was" Anlässe und trotz des trüben Wetters und meiner noch schlechteren Stimmung waren alle um mich herum bedacht, mich zu umsorgen. Manu hat  es - gemeinsam mit meinen Eltern - geschafft, die Ambit 2S von Suunto (ja sehr umstritten, ich weiß, was ich wirklich mag ist Movescount), die noch gar nicht erhältlich war, sehr zu meiner Überraschung auftreiben können und seit dem spule ich die knapp 20 km hin und retour in die Arbeit mit Geschwindigkeitsmesser und GPS herunter. Macht echt Spaß! Was ihr allerdings im Vergleich zur wieder sehr viel klobigeren Ambit 2 eindeutig fehlt, ist ein ordentlicher Höhenmesser sowie ein Barometer/Thermometer. Dass nicht eine Uhr alles haben kann! Sehr empfehlenswert ist übrigens auch der Dynafit Shoulder Bag, der mich ebenfalls täglich ins Büro begleitet - passt einfach überall dazu und hat Stauraum ohne Ende...das Geburtstagsgeschenk von Manus Eltern.


Zurück zum Geschenkereigen: Julia hat das Frühstück gleich mit einer Wahnsinnstorte eröffnet, Mohn-Topfenjoghurt und dann Himbeerspiegel...muss ich mehr sagen? Mjam!! Neben Zuwachs für meine Eulensammlung kann ich nun meine Yogastunden mit dem sehr stylischen Handtuch mit Goldaufdruck in Sanskrit durchstehen. Mach ich natürlich nicht - weil es so schön und kostbar ist, liegt es daheim im Kasten :)


Ach ja, da war noch was: Vorgestern ist dann der Auspuff unserer Rostlaube endgültig durchgerostet und Manu hat den Tag damit verbracht, unser Auto wieder dahin zu bringen, nicht zu klingen wie ein Ferrari bei 320 km/h und heute habe ich ca. 1,5 Stunden heulend und mit Blasen an den Fingern versucht, unsere Wohnungstür zu öffnen. Das gute Ding ist nämlich verzogen und macht immer mal wieder Probleme, aber Sonntag bei 28 Grad und strahlendem Sonnenschein ist der beste Zeitpunkt, endgültig zu verweigern. Da Manu gemütlich nach Berlin geflogen ist, hat mich dann der Freund meiner Schwester retten müssen. Danke an dieser Stelle, du bist mein Held des Tages! Naja, neues Schloss muss her, hello Kontostand!

Zu guter Letzt die Routen, die wir in der letzten Zeit gemacht haben:
- Postlgrat die Hundertste (zu unserer Verteidigung: wir haben uns verstiegen)
- Kletterbrüderpfad nach der Arbeit (es lebe die Sonnwende)

Joah...die Smokiyoki haben wir irgendwie nicht gefunden, aber nächste Woche gehts sowieso zur höchsten Stelle Österreichs, wenn alles klappt, erreichen wir via Stüdlgrat den Gipfel des Großglockners. Daumen sind gedrückt, dass das Wetter besser wird!

Donnerstag, 9. Mai 2013

Virtuelles Tourenbuch: Draschgrat

Bei sengender Hitze aber ordentlichem Wind schleppten wir uns entlang des Wandfußsteiges (überall hingen bereits bunte stecknadelkopfgroße Männchen in der Wand, die mit ihrem Equipment hantierend für stetige Klimperhintergrundmusik sorgten) bis zum Draschgrat. Beim Einstieg waren wir noch (relativ) allein - aber wir hatten vergessen, dass sich nach der 3. SL der Duettsteig, Traum und Wirklichkeit und der Draschgrat treffen. STAU AM STANDPLATZ! 

Auf einem sonnigen Stein sitzend gings mir noch gut, der schlimme Wind kühlte mich nicht ganz so aus wie die ungemütlich Herumhängenden, die in der Schlange noch weit nach uns waren und bereits nach 20 min unter Krämpfen zu leiden begannen.

Als es endlich weiterging habe ich beherzt gleich mal die ersten beiden Bohrhaken übersehen und bin hoch und höher bis zur Schlüsselstelle und naja....ich mußte sie schaffen, sonst wäre ich bis zum Einstieg (ca. 30 m unter mir) geplumpst. Dann hats mir gereicht, aber damit war die vorletzte Seillänge schon geschafft. Jaaa und dann gabs noch meine persönliche Haßstelle (im Nachstieg, relief): einen superschönen Riß, allerdings ohne Tritte. Keine Ahnung warum er 4- bewertet war, mich hats einmal ins Seil ghaut und das zweite Mal gings dann mit Ach und Krach. Aber teils sind 5- oder 4+ Stellen leichter. Es kommt echt soo auf die persönlichen Präferenzen an, Wahnsinn.

Neue Kletterhose erfolgreich ausgeführt!

Schöne Stelle - noch allein; 
dann Stau beim Stand und viel Zeit zum Knipsen

Ach ja und seit heute früh hängt ein Little Pony Gasluftballon im Baum vor unserem Fenster - was da so herumfliegt im 7. Bezirk. Ich habe in meiner Begeisterung ungefähr 800 Fotos gemacht... 

My Little Pony gratis und im Innenhof

Sonntag, 5. Mai 2013

Virtuelles Tourenbuch: Fredsteig

Liebes Tagebuch, heute haben Manu und ich den Fredsteig bezwungen, immerhin schwerste Stelle IV. Ein paarmal habe ich mich verklettert - ist aber auch kein Wunder bei den vielen Varianten und dem kreuzenden Wienersteig. Eine Besonderheit abseits des Kraxelns gab es zu vermerken: Manu hat endlich auch den Führerschein und so kann ich mich ab jetzt entspannt zurücklehnen und schnarchen, während er im Sonntagabendverkehr nach Wien zurückstaut - haaach! Zusätzlich gehen wir seit heuer alles konsequent in Wechselführung.

Der Fredsteig hat außer einer Höhle keine Highlights zu bieten, nette Klettereien zwar, aber die Seillängen sind teils sehr kurz und naja komisch. Also Genußklettern aber es ginge noch toller - sagen wirs mal so. Oben am Gipfelgrat dann ungesichert "am langen Seil" mit Manu als Vorhut.

Abstieg über den Wanderweg zurück zum Seiser Toni (wie immer zugeparkt von den Klettersteiggehern) - bei uns: keine Nase. Hat man echt selten! Me love Grünbach.

äääääächz grausig-enge Verschneidung ohne Tritte - gottseidank im Nachstieg hähä


Die Höhle mit dem Gipfelbuch - toller Ausblick auf den Schneeberg!


Japan goes Hohe Wand

Mittwoch, 1. Mai 2013

Virtuelles Tourenbuch: Eichertsteig

Nach der Erledigung diverser familiärer Verpflichtungen konnten wir am 1. Mai endlich die Outdoor-Kletter-Saison einläuten. Die Hohe Wand bietet hierzu genügend Möglichkeiten und wenn man sich die Tour weise aussucht, kann man auch die lästige Maut umgehen. Ich sage nur Seiser Toni...

War man früher an diesem Eck fast alleine, strömen seit heuer auch zahlreiche Klettersteiggeher nach Grünbach - zum neu eröffneten Gebirgsvereinssteig. Momentan ist noch so viel los, dass wir ihn gemieden haben, aber dafür sind momentan die leichteren Routen frei von Kletterern.

Vorbei an der Katzenfrau mit den vor sich hin rostenden Oldtimern im Garten führt der bloß ca. 200m lange Zustieg direkt zum Eichertsteig (beware of the Forststraße - bei der Ministupa links!). Die Tour selbst hat 9 Seillängen, die wir in Wechselführung gegangen sind. Die höchste Schwierigkeit ist 3+, also eine totale Genusstour ohne Furcht, Angst oder Schrecken. Im Gegenteil: man kann im oberen Teil leicht aussteigen, weil der Wagnersteig oft kreuzt. Die Gehpassagen sind leider etwas nervig...  Apropos Wagnersteig: der Abstieg ist wie bei der Völlerin das Nervigste an dem Ausflug, Knieschmerz ahoi!


Klettern & Yoga