Sonntag, 2. Dezember 2012

Schiefe Weihnachtssterne und andere Absonderlichkeiten

Uff, die "ruhige Zeit des Jahres" ist ja bekanntlich die stressigste - wie gut, dass am Sonntag alles geschlossen hat und so kann man gar nicht auf die Idee kommen, irgendetwas erledigen zu wollen. Ergo Heizung an, Füsse hoch und genießen! 

Letzte Woche gab es das traditionelle (das heißt Jahr 2) Adventkranzbinden im Hause Altanstrich (die Klettertruppe trifft sich mit viel Nadelgestrüpp und Süßigkeiten im Gepäck zum Basteln diverser Kränze und natürlich zum Tratschen). Dieses Jahr hab ich  mirs einfach gemacht und statt Reisig einfach Stoffbahnen zugeschnitten und um das Strohringerl gewunden - mein innovativer (und einfacher!) Ansatz ist weniger gut angekommen aber nach ein paar Tagen "gewöhnt man sich dran" (O-Ton Manu). Bei der Deko hab ich versucht, noch Kilometer gutzumachen indem ich die allseits beliebten Salewa-Miniklemmkeile eingearbeitet habe, diese sind übrigens nicht für den Gebrauch Draußen gedacht nur so als Hinweis, bevor wieder Pit Schubert mit seinen Meßgeräten zum Unfallort ausrücken muss...
                           
                                                         das Produkt

Am 1. Dezember werden zusätzlich diverse Adventkalender ausgetauscht - neben 2 Schokoadventkalendern habe ich mich erstmals über einen selbstgebastelten von Manu in der "Vogelhausanlage" freuen können, ich kontere mit einem behängten Elch-Kleiderbügel. Dann der traditionelle von Mutti (Highlight schon am Tag 2: ein aufklappbarer Campingsessel - schade, dass wir ihn noch einige Monate verstauen müssen, am besten ist wohl der eingearbeitete Bierdosenhalter yeah!). 

Links Manus, rechts mein Adventkalender

Hallo Campingsessel und Schokolade!

Und jetzt gehts ab in die Kletterhalle - es ist zwar endlich mal kalt geworden aber Schneeeeeeeeee gibts immer noch nicht - herrje, es wird jetzt WIRKLICH mal Zeit!! Ewig machen Dekorieren und ausgedehnte Frühstücksrunden auch keinen Spass.

Übrigens Restaurantempfehlung: Eine liebe Freundin hat zum Geburtstagsessen ins Noosh (ich liebe es, dass alles in der Gehweite unseres Zuhauses ist!) in der Wiener Zieglergasse geladen. Wunderschönes Lokal mit Feuerstelle und schwarzem Tee mit Milch und Kardamon (mmmh) sowie einer kleinen, aber feinen (und leider ein wenig teuren) afghanischen Speisekarte. Immer nur hin und ausprobieren ihr Leute!


Sonntag, 18. November 2012

Virtuelles Tourenbuch: Dachstein mit Dessert

Nachdem Manu im Zuge der Dynafit-Schulung schon das Wochenende zuvor am Dachstein verbracht hatte, war es endlich Zeit, unsere Hochtourenkurs-Expertise auszupacken und uns mal an einen relativ ausgetretenen Pfad zu wagen. Leider hatten sämtliche gemütliche Hütten um und am Dachtein bereits geschlossen und so blieb uns nur die (etwas altfadrische) Option, in der Türlwandhütte zu nächtigen. Immerhin: Wann hat man schon Semmeln zum Frühstück (so gern ich die Berge habe, aber tagelang in der Früh alte Brotschnitten mit dem ewiggleichen Käse hängen einem bald zum Hals raus)?

Abenspaziergang zur Südwandhütte

Genug des Nörgelns, Tag 1 war aufgrund der wie immer verzögerten Abreise aus Wien (warum sperrt die Bibliothek erst um 11 Uhr auf?) einem eher gemütlichen Marsch zur Südwandhütte gewidmet. 

Für Sonntag war dann eine relativ lange Tour geplant - über den Hallstädter Gletscher zur Simonyihütte, dann in einer langen Schleife über den Großen und dann Kleinen Gjaidstein zurück zur Liftstation (das nächste Mal nehmen wir den Anstieg über die Hunerscharte in Angriff). Nachdem wir also auf der so genannten "Dachsteinautobahn" bis zu ihrem Ende gewandert waren, kam "Wetterfrosch" Manu im Angesicht einer frechen Wolke auf die Idee, doch nochmal das Eintreffen der prognostizierten Kaltfront zu checken. (Alpinistenfehler Nummer 1 - und das, nachdem ich die letzten beiden Wochenenden mit der Lektüre von Pit Schuberts "Sicherheit in Fels und Eis I + II" verbracht habe. Schande über mich!) Na super, Einbruch für Mittag vorausgesagt - für eine 8-9 Stunden Tour etwas gewagt, mit diesem Wissen also noch zu starten.

all the way back - reaaaally?

Gut, Alternativplan aus der Schublade geholt und die ganzen Kilometer wieder (bergauf) zurückgelatscht und gut fürs Tourenbuch: den Hohen Dachstein (2995 m) im Anstieg über die Randkluft hatten wir kurz  nach Mittag in der Tasche. Interessant war es, erstmals einen Klettersteig bei Schnee und Eis zu begehen. Rauf noch mit Shoes only war der Abstieg mit Steigeisen schon wesentlich angenehmer.

                                                                       der Dachstein (im Vordergrund das Dirndl)

                                                              kurz nach fertig (praktisch: Seil des Dynafit-Teams)

2 Stunden hatten wir dann noch bis zu unserem Wunschabfahrtstermin (Heimreise hat man ja auch noch!) und so waren wir hocherfreut, als der gelbe Wegweiser uns darauf aufmerksam machte, dass der Große Gjaidstein in nur 1 Stunde zu machen sei. Für diesen sehr schönen und genauso einfachen Gratklettersteig haben wir nochmal alles mobilisiert und waren schon nach 45 min. auf dem Gipfel (Kleiner Gjaidstein 2482 m, Großer Gjaidstein 2794 m). Zurück in der gleichen Zeit. Wunderschön und eigentlich kaum ausgesetzt ein netter Gratspaziergang (Klettersteig!) mit ein bisschen Schnee und nur wenig Eis. Der Gipfel selbst ist eher so eine Plateauangelegenheit der faden Sorte, aber genau wie am Dachstein waren wir allein, was bei diesem Kaiserwetter (jaaaa wir hätten im Nachhinein nicht umdrehen müssen aber wer weiss das schon) allein unterwegs. 

Gjaidstein-Klettersteig (A/B)

Gipfel - check!

Sonntag, 4. November 2012

Klettermedley: Plaisir goes Winterschlaf

Ich kann mich noch daran erinnern, als Manu und ich voriges Jahr Ende Oktober bibbernd vom Teufelsgrad zurückkamen - ohne ihn geklettert zu sein. Es war neblig, eklig und verfrostet. Das Ende der Outdoorsaison war eingeläutet.

Heuer scheint der Herbst noch keine Lust zu haben, sich in schauerlich-verregnete Ungustltage  zu verwandeln. Am Samstag wollten wir das Tempo in Höhengraden zurückschrauben und hatten uns den Akademikersteig (2) im Höllental vorgenommen. Nach einem für diese Gegend typischen Zustieg (das Geröllfeld rauf und dann links grrrrrr) gings dann gemütlich weiter. Der Charakter der Tour ist recht alpin, "nur" ein 2er, dafür aber mit max. einer Zwischensicherung, meist aber gänzlich ohne. Bei der einzigen haglichen Stelle habe ich doch glatt den Bohrhaken übersehen, aber was soll man machen - auch so geschafft! 

Die letzte Seillänge wird mit einer wunderbaren Gratkletterei eingeläutet - unschön gestaltet sich lediglich der Abstieg über die Wachthüttelklamm. Ich sage nur "Leiternparadies", wer den genialen Einfall hatte, den Steig über eine stattliche Reihe an dümmlich nach unten ausgerichteten, superrutschigen und garantiert gewitterfreundlichen Eisenleitern zu versichern gehört nachträglich  noch im Grab umgedreht.

Der erste Schnee auf der Rax


AK wie Akademikersteig


Heute, Sonntag, hat uns Lily die Gelegenheit gegeben, unsere Halbseile das letzte Mal auszuführen. Gelb-schwarz (Seilschaft "Sumsi") arbeitete sich den gemütlichen Postlgrat auf der Hohen Wand hinauf. Unter Anfeuerungen vom unmittelbar darüber liegenden Skywalk waren wir natürlich schnell oben. Es ist immer wieder wunderschön, nach einer Anreise in der Nebelsuppe die ganze Tour im Sonnenschein zu machen und einen Ausblick wie vom Kilimanjaro genießen zu können. Leider hab ich natürlich heute den Fotoapparat vergessen...

Normalerweise sind wir Abstiegsmuffel (Völlerin, wuah) und die heimlichen Autostopp-Kings der Hohen Wand, aber zu Dritt hat man schlechte Karten. Irgendeine Omi blockiert immer den 3. Platz im Auto und so mussten wir den ganzen Weg zum Sonnenuhrparkplatz wirklich runterspazieren. Komisch, wie bereits um 16.30 Uhr das Dämmerlicht das Gefühl vermittelt, der Tag sei bereits vorbei.

endlich mal tolle Fotos von mir :)

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Happy Halloween

Ich bin zwar kein Halloween-Fan, aber einmal im Jahr macht es grossen Spaß, sich in das beim Medusa-Closing-Abverkauf erstandene Hell-Bunny Steampunkkleidchen zu werfen, dazugehöriges Schuhwerk und Kopfbehütung anzulegen und auf einen gepflegten Daiquiri in die Rote Bar im Volkstheater zu stöckeln (die Einzigen in Verkleidung versteht sich - langweiliges Wien).

Manu war mit seinem vor einer Woche für eine Hochzeit gekauften Anzug und ein bisschen Bipa-Geishapuder gut dabei.




Schminken erfolgreich abgeschlossen




Täglicher Grusel: unsere fu** Wohnungstür klemmt


 * * *


Kleines Staunen am Heimweg: Paris-Tokio-Oberwart